Kleine Materialkunde
Stahl und Chrom

Die Architekten der Bauhauszeit verwendeten 1-zölliges Stahlrohr, da es als das Material von Gas-und Wasserleitungen günstig verfügbar war. Noch heute verwenden wir nahtlos, kalt gezogenes Rohr für unsere Möbel. Was wasser-und gasdicht ist, hält auch im Wohnzimmer.
Korrosionsbeständigkeit erreichen wir über die Verchromung. Nach sehr sorgfältiger Entfettung und Vorbereitung erhalten unsere Möbel zwei Schichten Nickel und anschließend eine Chromauflage von 35 Mikron. Das ist ziemlich viel und daher auch teuer, doch dafür hält es auch Jahrzehnte. Garantiert!
Bei Edelstahl dagegen gibt es gewaltige Qualitätsunterschiede und was wir bisher aus China zu sehen bekommen haben, war weder korrosionsbeständig, noch hatte es die von uns gewünschte Festigkeit.
- Rohr wird nach Gewicht bezahlt und durch geringere Materialstärken lässt sich reihclich sparen. Leider sind die daraus gemachten Möbel dann aber etwas wackliger.
- Edelstahl gibt es in verschiedenen GüteKlassen und nur die teuersten von ihnen sind wirklich korrosionsbeständig. Alle weiteren verfärben sich ziemlich schnell und setzen Flugrost an.
Leder
Der Kampf um die günstigsten Preise hat zu enormer Kreativität der Lederhersteller und entsprechenderVerwirrung beim Kunden geführt.
Am Ende ist aber alles ganz einfach auf einen Punkt zu bringen: Nur ein ziemlich kleiner Anteil der Rohhäute eignen sich dazu, zu hochwertigem Möbelleder verarbeitet zu werden. Die Zeichnung rechts zeigt es:
Nacken, Schultern und Bauchpartien sind zu faltig und unregelmäßig genarbt. Auch zu klein, um daraus große Teile, wie etwa die Auflage einer Le Corbusier Liege, zu fertigen.
Solche Flächen können nur aus den Croupon Partien geschnitten werden. Doch auch nur dann, wenn sie von glücklichen, europäische Rindern stammen. Nur diese Tiere sind groß genug, südamerikanische Rassen sind viel kleiner und ausserdem ist deren Haut zu oft von Narben verunziert. Von Weidezäunen und Zeckenbissen.
Während der Gerbung werden die Häute horizontal gespalten. Die obere Lage nennt man wegen ihrer natürlichen Narbung "Narbenseite" die unteren Lagen, "Spaltleder". Hochwertige Möbelleder werden immer aus der Narbenseite gewonnen, zeigen daher auch die mehr oder weniger stark ausgeprägt Narbung, sowie eventuelle kleinere Defekte. 
Sie zeichnen sich durch einen weichen Griff und einen matten, edlen Glanz aus. Handelsüblich nennt man diese Leder auch Anilinleder, auch wenn mittlerweile andere Farbstoffe zum Einsatz kommen.
Man ahnt es schon, das ist mal wieder teuer und auch bei renommierten Herstellern fast nicht mehr zu bekommen. Auf Wunsch bieten wir gerne gegen 20% Aufpreis eine solch edle Qualität an. Durch die offenen Poren ist sie aber auch empfindlich und wird im Laufe der Jahre "speckig" und, je nachdem, auch fleckig.
Weniger perfekte Häute werden an der Oberfläche geschliffen und erhalten anschließend eine Zurichtung. Wir nennen das "Premium". Diese Leder sind etwas weniger weich im Griff und weisen ein wenig mehr Glanz auf. Im Alltag nicht merklich und wesentlich robuster stellen sie einen sehr guten Kompromiss zwischen Preis und Leistung dar. Hier bleibt ein "Malheur" mit Wisch und Weg folgenlos.
Je stärker die Oberfläche korrigiert wird, desto günstiger wird der Preis und desto besser die Alltagseigenschaften. Unser "Standard" ist ein solches korrigiertes Narbenleder. Immer noch sehr angenehm im Griff und schon fast unzerstörbar, eignet es sich für die kinderreiche Familie und den Tierfreund gleichermaßen wie für den Warte-oder Repräsentationsbereich.
Stoffe
Als ernst zu nehmende Alternative zu den Ledern bieten wie jetzt auch zwei hochwertige textile Bezugsstoffe an.
DIVINA 3 von der renommierten dänischen Manufaktur KVADRAT A.S. 
Divina ist eine gewalkte Farbe, das heißt, das Garn wird zu einem groben Leinengewebe gewoben und danach unter großer Hitzeeinwirkung einer mechanischen Bearbeitung unterzogen, bei der es zugleich gefärbt wird. Dadurch entsteht eine glatte, gleichmäßige Oberfläche ohne Strichrichtung, die ein wenig an Filz erinnert. Der Stoff läuft bei der Bearbeitung um 15-25% ein, vergleichbar mit dem Vorgang beim Waschen eines Wollpullovers bei zu hoher Temperatur. Das durch diese Bearbeitung erzeugte Textilgewebe nennt sich Tuch und wird in einer feineren Qualität u. a. für Uniformen und Plaids verwendet. Quelle: Architonic Seinen Namen bekam DIVINA nach der "göttlichen Leuchtkraft seiner 56 Farben. Mit einem Gewicht von über 800 Gramm pro Meter und einer Scheuerbeständigkeit von 45.000 Martindale Zyklen ist DIVINA zudem ein sehr robustes Material. Wir sind ganz begeistert davon!
MISTO LINO aus Italien 
Misto Lino ist eine Mischung aus 63% Baumwolle und 37% Leinen mit einem Gewicht von 380 Gramm pro Meter und in 46 Farbtönen erhältlich.
Es ist bei 30 Grad waschbar und mit einer Abriebfestigkeit von 30.000 Martindale Scheuerzyklen ebenfalls sehr robust.
Wir empfehlen diesen Bezugsstoff besonders gerne als angenehme Alternative zum Leder für den Bezug unserer Eames Aluminium Chair Bürostuhl Kollektion. Es ist rutschsicherer und fühlt sich wärmer an, als Leder.
