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George Nelson (1908-1986). Der Verbindungsmann.

George Nelson - Architekt und Journalist

George Nelson war ausgebildeter Architekt aber vor allem jemand der passioniert Dinge, Lösungen und Netzwerke entwickelte. Seine Entwürfe sind unvoreingenommen, einfach, funktionell und manchmal verspielt aber immer innovativ. Und er verbreitet dieselbe Stimmung als einflussreicher Architekturkritiker und Kreativdirektor bei Hermann Miller Inc.

Seine beeindruckende Karriere war weder Zufall noch eine Frage vom rechten Ort zur rechten Zeit. Er hatte die richtigen Ideen für die Zukunft und suchte sich die richtigen Leute um sie zu realisieren.

George Nelson - Der Architekturkritiker  

Im jungen Alter von 16 Jahren begann Nelson sein Architekturstudium in Yale und setzte noch ein Kunststudium drauf. Mit einem Stipendium der American Academy kommt er nach Rom. Während dieser zwei Jahre verfolgt er seine eigene Idee. Er reist durch ganz Europa um die crème de la crème moderner Architekten zu treffen. Die Interviews wurden in der Zeitschrift Pencil Points veröffentlicht.  Ohne Zögern stellt ihn die etablierte Zeitschrift Architectural Forum 1935 an. Schnell wird er geschäftsführender Herausgeber und zu einem einflussreichen Architekturkritiker. Gleichzeitig verfolgt er die nächsten Jahre mit seinem Partner William Hanby und der gemeinsamen Firma in New York eigene Projekte.

 George Nelson - Die Fairchild Residenz

Nelson arbeitete nur sporadisch als Architekt, hauptsächlich in den späten 30er und frühen 40er Jahren, aber das großzügige Stadthaus für den Flugzeughersteller Sherman Fairchild an der Upper East Side beweist, dass es auch als Architekt für ihn keinen Grund für Bescheidenheit gab. Das Haus ist ein Meisterwerk und war im April 1943 sogar auf der Titelseite der Zeitschrift Fortune abgebildet.

„Vorgefasste Ideen sind Gift. Man kann davon ausgehen, dass falls eine Lösung für einen Bauentwurf uneingeschränkt ausführbar ist, es nicht schwierig sein wird ein gefälliges Exterieur zu entwerfen. Es mag vielleicht unkonventionell sein. Vielleicht haben die Badezimmer große statt kleine Fenster. Vielleicht ist die Küche neben der Vordertür statt der Hintertür. Vielleicht sieht es für jemanden der an symmetrische Fronten mit zwei Läden an jedem Fenster gewöhnt ist nicht einmal wie ein Haus aus. Nichtsdestotrotz, auf seine eigene, moderne Art wird es ein gut aussehendes Haus sein.“ (George Nelson & Henry Wright) 

Nelson brach radikal mit Traditionen. Er ersetzte Treppen mit Rampen und teilte das Gebäude durch ein komplett verglastes Atrium um einen begrünten Innenhof so dass viel mehr Tageslicht in jedes Geschoss einfallen konnte. Die Inneneinrichtung war absolut high tech zur damaligen Zeit. Mit elektrischen Jalousien, Klimaanlagen und Lärmisolierung  verdiente das Haus die Bezeichnung Wohnmaschine.

George Nelson bei Hermann Miller - Der Designer und Talentsucher 

Seine Anfänge bei Hermann Miller sind gleichzeitig der Beginn einer außerordentlich bewegten Zeit für amerikanisches Design und Möbelproduktion. Innerhalb eines Jahres nach seiner Anstellung bei Hermann Miller ist er Kreativdirektor. In dieser Funktion schafft er ein kreatives und produktives Ambiente, das mehrere führende und aufstrebende Designer einlädt ihre Ideen einzubringen und die Vorteile innovativer Produktionsmethoden und Materialforschung  zu nutzen.

Unter seiner Verantwortung werden mehrere Entwürfe von Eero Saarinen, Isamo Noguchi und Charles Eames auf den Markt gebracht.

Es wird diskutiert ob George Nelson den Verdienst für Entwürfe anderer Designer die bei Hermann Miller arbeiteten, einheimste. Es ist wahrscheinlich, dass das Marshmellow Sofa und die bekannte Ball Clock eigentlich Irving Harper zuzuschreiben sind. Beide Entwürfe sind untypisch verspielt und wenig zurückhaltend beispielsweise im Vergleich zu der Platform Bench oder der ruhigen Bubble Lamp, die beide ohne Zweifel von George Nelson sind und großartige, vielseitige Beispiele für sein Talent.

George Nelson - Action Office und moderne Büroeinrichtung

Für viele sind seine funktionell strukturierten Ablagesysteme sein wichtigster Beitrag zum Möbeldesign. Nelson führt mit der Storage Wall, die 1945 Hermann Millers Interesse an ihm ursprünglich geweckt hatte, die Verwendung von Lagerregalen als Raumteiler ein. Nach intensiver Entwicklungsarbeit bringen Nelson und Robert Probst Action Office I auf den Markt und es sollte bald in jedem modernen Büro Amerikas zu sehen sein.

Action Office II, das Probst ohne Nelson weiterentwickelt, sollte später die heute allgegenwärtigen Arbeitsnischen, sogenannte Cubicles, einführen. Action Office  hat über lange Zeit Bürolandschaften revolutioniert.

Abgesehen von seinen Möbeln und Gebäuden ist seine Hinterlassenschaft das Interesse an Designern und ihrer Arbeit, das er als Journalist und Kreativdirektor  weckte und international förderte. Er leistete einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung von modernem Design.

Eine von Nelsons Theorien war, dass gutes Design nicht viel Theorie braucht. Gutes Design definierte er als die „Kapazität des menschlichen Geistes seine eigenen Einschränkungen zu überwinden“.